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Donnerstag, 16 Dezember, 2010

Nach Einschätzung von Dr. Stephen Charters, dem Direktor des Lehrstuhls für Champagner-Management an der Reims Management School, deutet alles auf einen stark wachsenden Champagner-Markt hin

Von der Wirtschaftskrise, die das Jahr 2009 mächtig erschüttert hat, blieb auch die Champagner-Branche nicht verschont. Deutschland hat sich vergleichsweise wacker geschlagen. Zwar waren auch die Deutschen im Champagner-Konsum etwas zögerlicher als gewohnt und haben dementsprechend eine Umsatzeinbuße von 10,9 Prozent zu verzeichnen; gemessen am EU-durchschnittlichen Rückgang von fast 18 Prozent erscheint die Zahl allerdings zunächst wenig dramatisch. Insgesamt verbuchten die wichtigsten Akteure des Marktes im Jahr 2010 wieder einen Zuwachs. Alle Anzeichen sprechen offenbar dafür, dass der Champagner-Markt im kommenden Jahr wieder zu seiner alten Stärke zurückfindet. Stephen Charters, Direktor des Lehrstuhls für Champagner-Management an der Reims Management School (RMS), prognostiziert eine Markterholung in den Jahren 2011-2012.

Champagner ist der Indikator für wirtschaftlichen Wohlstand", so der Champagner-Experte Stephen Charters von der RMS. Nach dem dramatischen Jahr 2009, erholte sich der Champagner-Markt im Jahr 2010 wieder etwas: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2010 hat der Export von Weinen und Spirituosen wieder leicht zugenommen, darunter verzeichnete der Champagner mit einem Plus von 36 Prozent den größten Zuwachs.

Der florierende Export wirkt sich sehr ermutigend auf die Länder außerhalb der Europäischen Union aus. Die stärksten Zuwächse hinsichtlich der Ausfuhren von Champagner sind in den Vereinigten Staaten zu verbuchen. Ebenso gibt es ein starkes Wachstum in den asiatischen Ländern. Die Erholung in der EU gestaltet sich hingegen weniger dynamisch, vor allem in den wichtigsten europäischen Märkten Deutschland und Großbritannien.

Das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne hat ermittelt, dass der Champagner-Umsatz in den ersten 10 Monaten des Jahres 2010 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 12,4 Prozent zugenommen hat.

Für das Gesamtjahr 2010 belaufen sich die Prognosen auf 310 bis 315 Millionen verkaufter Flaschen, was einer Steigerung von 5,8 auf 7,5 Prozent im Vergleich zu 239 Millionen ausgelieferter Flaschen im Jahr 2009 entspricht.

Stephen Charters zeigt sich optimistisch: Ich will gar nicht leugnen, dass der ein oder andere Produzent in den nächsten zwei bis drei Jahren finanziell unter Druck geraten könnte, da Produzenten derzeit gezwungen sind, sehr teuer erworbene Traubenbestände günstig zu verkaufen. Allerdings wird dies kein großes mittel- bis langfristiges Problem sein. Eine Markterholung ist in den Jahren 2011-2012 zu erwarten und die neuen Märkte werden weiter wachsen. Und dann werden Produzenten wieder die Möglichkeit haben, ihre Preise auf ein Niveau anzuheben, das ihre Kosten deckt und an ihre Bedürfnisse angepasste Margen freisetzt.