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Mittwoch, 5 Dezember, 2012

Miriam Schwartz hat mir ihren 27 Jahren schon einen beeindruckenden Lebenslauf: Abitur, Soziales Jahr in Kanada, Lehramtsstudium, zudem freiwilliges Engagement in diversen Bereichen. Seit April 2010 studiert sie den Masterstudiengang Nonprofit-Management and Governance, um ihrem Traum, das Ehrenamt zum Beruf zu machen, ein Stück näher zu kommen. Am liebsten würde sie in leitender Position das Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen fördern. Die 27-Jährige weiß mittlerweile genau, was sie möchte: Ihr Ehrenamt zum Hauptamt machen. Der Weg zu diesem Ziel wird ihr mithilfe des Wissens, das sie sich im Masterstudiengang Nonprofit-Management and Governance aneignet, erheblich leichter fallen, davon ist sie überzeugt: Ich sehe den Studiengang als Türöffner, so Schwartz, und bisher haben sich für mich schon sehr viele Türen geöffnet. Die junge Frau lächelt. Es ist ihr anzusehen, dass sie den für sich richtigen Weg gefunden hat: Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihren Plänen erzählt, im Nonprofit-Bereich zu arbeiten. Dabei war ihr zunächst gar nicht klar, dass dies eine berufliche Möglichkeit darstellt. Bereits während ihrer Schulzeit war Miriam Schwartz freiwillig engagiert: Sie leitete Kinder- und Jugendchöre, betreute Kinder bei Wochenendseminaren und absolvierte schließlich nach dem Abitur im Jahr 2003 ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kanada. Dort habe ich in einer Wohngruppe gearbeitet, in der Menschen mit und ohne Behinderungen betreut werden, erzählt Schwartz. Die Arbeit machte ihr Spaß. Trotzdem begann sie danach zunächst ein Lehramtsstudium, das sie im Jahr 2008 mit dem Master of Education abschloss. Heute sagt sie: Ich habe eine Patchwork-Biographie, aber das ist ja auch typisch für Nonprofit-Leute und lacht. Auf die Idee, dass ihr freiwilliges Engagement ihr auch eine Berufsperspektive bieten könnte, kam sie, als sie nach ihrem Studium wieder für ein Jahr nach Kanada ging. Dort arbeitete sie, diesmal bereits in leitender Position, in dem Projekt, das sie bereits in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr kennengelernt hatte. Die Management-Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, ich mag es, Dinge zu organisieren, zu strukturieren und konzeptionell zu arbeiten, sagt Schwartz. Zurück in Deutschland fing sie an, nach Möglichkeiten zu suchen, ihr Berufsziel in die Tat umzusetzen. Miriam Schwartz recherchierte im Internet: Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Welche Inhalte werden dort vermittelt? Dabei stieß sie auf den Masterstudiengang Nonprofit-Management and Governance in Münster

Die 27-jährige Hamburgerin Miriam Schwartz träumt davon, sich nach dem Studium etwas Eigenes aufzubauen Münster. Ich dachte damals: ‚Das ist genau das, was ich machen möchte‘. Sie bewarb sich für den Studienbeginn April 2010, wurde angenommen und ist seitdem Studentin an der Uni Münster. Die 27-Jährige sieht das Studium als Weg, um aus ihrem Ehrenamt einen Beruf zu machen. Mein Ziel ist es, irgendwann etwas Eigenes zu gründen oder anzuleiten. Ich möchte dazu das Handwerkszeug lernen. Um genau dies zu tun, fährt sie einmal im Monat nach Münster und besucht gemeinsam mit ihren Mitstudenten Wochenendseminare zu verschiedenen thematisch gegliederten Modulen. Gut gefallen ihr die Seminare, die sie direkt mit ihren eigenen Erfahrungen verknüpfen kann: Besonders bei einem Seminar zu Konfliktmanagement konnte ich sehr viele Parallelen zu dem ziehen, was ich selbst schon erlebt habe. Es war für mich sehr gut, das mal zu sortieren und zu verstehen. Auch der Austausch mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen ist Miriam Schwartz wichtig. Wir sind sehr verschieden und kommen aus den unterschiedlichsten Städten und Hintergründen und Berufen, sagt sie, wir verstehen uns aber sehr gut, denn wir wollen alle das Gleiche: Uns für das Gemeinwohl engagieren.

Die 27-Jährige steht im Gegensatz zu vielen ihrer Mitstudierenden, die oft seit Jahren hauptberuflich in Nonprofit-Organisationen arbeiten, noch ganz am Anfang ihrer hauptberuflichen Nonprofit-Arbeit. Derzeit arbeitet sie in kleineren Jobs in verschiedenen Projekten mit, will aber langfristig ihr Ehrenamt zum Hauptamt machen. In diesem Kontext sieht sie auch das Studium: Nur, um es nebenher zu machen, ist es zu viel. Man muss es professionell einsetzen können. Bis zu ihrem Abschluss will die Hamburgerin nun weiter die Augen offen halten, in welchen Bereichen sie ihr neu erworbenes Wissen mit ihren praktischen Erfahrungen einsetzen möchte. Ob sie sicher sei, ihre Pläne auch in die Tat umsetzen zu können? Miriam Schwartz lacht: Ich bin optimistisch.