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Dienstag, 16 Oktober, 2018

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Dr. Stefan Lautenbacher, Professor für Physiologische Psychologie an der Universität Bamberg, in Kooperation mit Professor Paul Pauli, Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie I an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, den Grundstein für das Doktorandenprogramm „Biopsychologie von Schmerz und Emotionen“ legte. Das offizielle 10-jährige Bestehen wird nun am Donnerstag, 25. Oktober 2018 gefeiert.

Biopsychologie untersucht körperliche und psychische Prozesse

Das Feld der Biopsychologie untersucht das Zusammenspiel körperlicher Prozesse und psychischer Phänomene. Beispielsweise verändern sich bei Emotionen wie Angst Hirnaktivität, Herzfrequenz oder Hauteigenschaften. Diese körperlichen Vorgänge können sich wiederum auf die Psyche auswirken. 

Fragestellungen im Masterstudium und Doktorat

Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiums Psychologie beschäftigen sich im Doktorandenprogramm speziell mit den Wechselwirkungen zwischen Schmerz und Emotionen. Dabei tauchen sie in unterschiedliche Fragen tiefer ein: Verändert geringer Alkoholkonsum den Schmerz? Welche Komponenten des Schlafs beeinflussen die Schmerzempfindlichkeit positiv? Wie vermindert Angst die natürliche Schmerzhemmung des Körpers? Oder wie lässt sich mit Demenzpatienten über ihre Schmerzen kommunizieren, wenn die Sprache versagt? 

Jubiläumsfeier

Die Jubiläumsfeier gibt mit zwei Gastvorträgen zusätzlich einen Einblick in diesen Fragenkomplex. Dr. Christiane Pané-Farré, Universität Greifswald, referiert zum Thema „Wenn die Bedrohung von innen kommt: Ätiologie und Therapie der Angst vor körperlichen Symptomen“. Prof. Dr. Madelon Peters, Universität Maastricht, wird in englischer Sprache einen Vortrag mit dem Titel „Recovering from pain: rose-colored beliefs versus catastrophic worries“ halten.

Masterstudium wichtig für wissenschaftlichen Nachwuchs

Mit dem Doktorandenprogramm gründete Stefan Lautenbacher nicht nur das erste Programm für Promovierende in Bamberg, das ohne außeruniversitäre Finanzierung – wie beispielsweise eine Programmförderung durch eine Stiftung – als kollegial angelegte Förderinitiative gemeinsam mit einer anderen bayerischen Universität eingeführt wurde. Er setzt damit auch verstärkt auf das Potenzial des wissenschaftlichen Nachwuchses: „Doktoranden leisten einen wesentlichen Teil der Forschungsarbeit in der Psychologie“, so Stefan Lautenbacher. „Wir haben für sie ein themenbezogenes, interdisziplinäres Netzwerk geschaffen, das dabei hilft, diese Arbeit nicht nur fördernd zu begleiten, sondern international sichtbar zu machen.“ Das Masterstudienprogramm spielt dabei eine große Rolle dafür, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und neue Doktoranden an das Programm heranzuführen.